20150602

"Take a look at me
From one side I seem to be
So calm, so cool, collected
And on the other side, I'm melting down

Stop and think about it
You only have one life
So why mistake it
For something negative?
I am my own worst enemy
Paranoid, can't avoid this killing spree
I am a victim, but I choose to be
My favourite weapon, lies behind my teeth
I strive to solve myself
So chin up and deal with the hand you're dealt"
- Set It Off, Breathe In; Breathe Out

Müde hieve ich mich von der Isomatte und trotte zum Spiegel. Gestern habe ich zu viel getrunken. Gut, ich habe schließlich in meinen Geburtstag hinein gefeiert. Selbst der Alkohol hat meine Stimmung nicht gehoben. Ein Jahr älter und noch immer habe ich in meinem Leben rein gar nichts erlebt. Neunzehn Jahre öder Langeweile und unsäglicher Einsamkeit. Mein Spiegelbild lächelt mir böse zu, als wolle es mir mitteilen, dass ich mir den Anblick gar nicht erst antun brauche. Ein Blick auf meine wunderschönen, dünnen Freundinnen genügt und meine Laune ist endgültig im Eimer. Zuhause angekommen bereite ich Kaffee und Kuchen für meinen Opa und seine Freundin vor und gehe Duschen. Lange lasse ich das Wasser einfach auf mich herabrieseln, starre abwesend durch die Gegend und bemerke erst wieder etwas, als die Wassertemperatur langsam um schwingt. Meine Mutter kommt nach Hause und ich werde sofort mit einem herzlichen "hast du an den Kuchen gedacht?" begrüßt. Habe ich. Am Liebsten hätte ich ihn allein gegessen und mich weinend schlafen gelegt. Mein Opa und K kommen um 16 Uhr schließlich bei uns an. Schon beim hinsetzen sehe ich, dass Opa eigentlich viel lieber ganz wo anders wäre. Pausenlos tut er so, als würde er einschlafen und redet einfach dazwischen, wenn wir uns unterhalten, wodurch gar kein richtiges Gespräch entsteht. Schon nach einigen Minuten werde ich still und beteilige mich gar nicht mehr. Irgendwann wird es mir zu viel, ich merke, wie mir die Tränen in die Augen springen, vor allem, nachdem Opa Tiefschlag auf Tiefschlag folgen lässt. "Deine Mutter hat mich noch nie angeschrien." "Vor mir hat sie Respekt." Die Tränen gewinnen langsam die Überhand, aber die Genugtuung möchte ich ihm nicht geben. Leider kann ich nichts dagegen tun. Ich springe auf und laufe ins Bad. "Ist es wegen mir? Ich habe doch gar nichts getan." Meine Mutter zwingt mich, die Badezimmertür zu öffnen und das Gespräch mit ihr macht die Sache nur noch schlimmer. Nachdem ich wieder am Tisch sitze, rufe ich L an, die auch heute Geburtstag hat. Ich lege auf und K sagt "Wenn du mit deinen Freundinnen sprichst, bist du ganz anders. Lockerer, irgendwie." Immerhin eine Person, der das auffällt. Nach dem zehnten Mal "Können wir jetzt endlich gehen?" meines Opas treten K und er dann die Heimreise an. Da wundert sich meine Familie noch, dass ich weder besonders nett zu einem von ihnen bin, noch meinen Geburtstag besonders mag.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

ript end -->