20130507

Es ist nicht leicht zu sehen,
dass es bleibt, wie es nie war.

Wenn ich durch die Stadt gehe, frage ich mich immer, wie es anderen Menschen geht. Ob sie glücklich sind, traurig. Ob sie zufrieden mit ihrem Leben sind oder nicht. Ob die Menschen mit dem größten Lächeln nicht die größten Geheimnisse haben. Ob es ihnen manchmal oder immer geht, wie mir. Manchmal habe ich hier das Gefühl, ich wäre allein mit meinen Gedanken. Wäre allein mit meiner Verzweiflung. Nicht manchmal, immer. Es ist dann so schwer, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. So schwer, das Mädchen zu sein, das immer lacht, das immer die eigene Meinung vertritt. Das jeder kennt, aber niemand richtig kennen lernen will. "Du kommst arrogant rüber", sagt meine Mutter immer. "Du willst anders sein als andere, das merkt man an deinen Klamotten und an deinem Auftreten. Klar, dass da niemand mit dir unterwegs sein möchte." - "Ja, aber Mama, verlangst du jetzt von mir als Hollister-Puppe rum zu laufen, nur, damit sich andere mit mir abgeben möchten?" - "Nein, aber.." - "Nichts aber. Was soll denn das? Anders ist jetzt schlecht?" Ich kann diese ganzen Diskussionen nicht mehr ertragen. "Du hast echt Probleme, du solltest mal zum Psychologen." Schlag ins Gesicht, metaphorisch. "Will ich aber nicht. Mir gehts gut, ich hab keine Probleme." Thema gegessen. Es ist das grauenvollste Gefühl, sich selbst zu hassen. Wenn andere dich hassen, dann ist das in Ordnung. Aber wenn man sich selbst nicht in die Augen schauen kann, dann ist alles vorbei. Ich hasse mich. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht jemand anderes sein möchte. Nicht einen Tag, an dem ich nicht vorm Spiegel stehe und etwas positives suche, nur um hinterher frustriert aufzugeben. Wird es jemals anders, wird sich meine Situation jemals ändern? Bis jetzt sieht es nicht so aus.

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