Oh I feel overjoyed
when you listen to my words
Irritiert und angespannt laufe ich mit meinem kleinen Koffer, der auf dem etwas längeren Weg drastisch an Gewicht zugelegt hat, um die Ecke und auf den Betriebshof. Zuerst entdecke ich nur zwei Menschen mit Koffern, daneben Vater und Mutter, welche mich ja nicht begleiten wollte. Also nicht diese Mutter, sondern meine. Nach einigen Schritten jedoch sehe ich etwas größere Grüppchen auf dem Platz stehen, entdecke jedoch immer noch nicht die Leute aus meiner Gemeinde. Ein bisschen verloren bleibe ich auf der Stelle stehen und Blicke mich um. Nate und Dumpfbacke (Ich kann ihn leider einfach nicht anders nennen!) winken mir nach einiger Zeit zu und ein wenig erleichtert schleppe ich mich und meinen Koffer in die angedeutete Richtung. Begrüßungsfloskeln werden ausgetauscht und dann war es das auch schon. Kora und Jule kommen auf mich zu und umarmen mich, ich umarme reflexartig zurück, obwohl es mir ein wenig unangenehm ist. Ich werde von hinten angestupst. Nate. "Quinn, hast du mal ein Feuerzeug?" Etwas unbeholfen krame ich in meinen Taschen rum, finde eines und reiche es ihm. "Danke. Magst du mitkommen, nach da hinten?" "Klar." Ich weiß, was gemeint ist. Wir laufen an Menschen vorbei, die ich niemals in meinem Leben gesehen habe, die ich nicht kenne, und ich bekomme ein mulmiges Gefühl im Magen. Ich bin es nicht gewohnt, mit so vielen gleichaltrigen Menschen zusammen sein zu müssen, die ich nicht kenne, vor allem nicht eine Woche. "Manu kommt nicht mit.", erklärt mir Nate und sieht dabei ganz enttäuscht aus. Manu ist Nates bester Freund, aber wenn man die beiden beobachtet, könnte man sogar glatt auf eine Liebesbeziehung kommen. Natürlich nicht wirklich, aber sie sind sich so vertraut, dass selbst ich gesellschaftlich ja so hoch entwickelter Mensch (haha) manchmal neidisch werden könnte. Als wir weit genug entfernt sind reicht mir Nate eine Zigarette und ich nehme sie dankend entgegen. Heute morgen hatte ich so viel Stress, dass ich das jetzt gut gebrauchen kann. Wir reden noch ein wenig und schleppen uns dann wieder zurück zum Platz des Betriebshofes, wo schon die Busse ankommen. Wir steigen ein und werden nacheinander namentlich aufgerufen, dann fahren wir los. Wie üblich habe ich eine Sitzplatzreihe für mich alleine, weil augenscheinlich niemand mit mir sitzen möchte. Als wir auf der Burg ankommen, werden wir sofort in eine große Aula bestellt, wo uns alle Einzelheiten erklärt werden. Dann werden die Zimmer verteilt. Wir alle gehen in das Haus, in dem unsere Zimmer sein werden und die uns zugeteilte Betreuerin verteilt Schlüssel. "Oh, wir haben anscheinend nur zweier Zimmer." Super. "Also, wer möchte dieses Zimmer?" Bereitwillig melden sich Kora und Jule, die kurze Zeit vorher noch aufgeregt riefen "Quinn, Quinn, wir gehen auf jeden Fall zu dritt in ein Zimmer, ja? Ja?" Ja. Klasse. Am Arsch. "Oh, hoppla, da hinten gibt es doch noch ein Dreier Zimmer, wollt ihr das dann?" "Klar.", ruft Jule. Obwohl ich jetzt doch lieber ein Einzelzimmer hätte und mich am Liebsten aus dem Fenster, das dort so bereitwillig neben mir entlanggeht, schmeißen würde, nehme ich meinen Koffer und trotte hinter den Mädels her.
Die nächsten Tage werden ein Trott aus Langeweile und Ärger. Wir sind schließlich auf einer Mitarbeiter-Schulung, da muss man ja was lernen. Also verbringen wir geschlagene zwei Tage damit, Andachten vorzubereiten. Ja, Andachten. Obwohl ich meinem "Chef" klipp und klar gesagt habe, dass ich keine Andachten machen werde. Ich helfe ja schon bei den Konfirmanden mit und bespreche biblische Texte mit ihnen, wozu wir auf der Fortbildung sogar tatsächlich was machen, aber nur eine Einheit lang. Aber Andachten werde ich nicht machen, dass hab ich doch schon gesagt. Ich ärgere mich schwarz und bin der festen Überzeugung, dass man mich in den falschen Kurs eingeteilt hat. Ist aber nicht so. Die Pausen verbringe ich alleine mit meinem Buch in meinem Zimmer oder mit Nate rauchend vor dem Tor des Schlosses, ansonsten sitze ich die Zeit einfach nur ab. Ich werde nicht gefragt, irgendwo hin mit zu kommen, ich sitze einfach nur da. Ab und zu kriege ich mal ein freundliches "Oh, wir lassen dich hier immer so alleine, ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen." um die Ohren gehauen, auf das ich mit einem kalten "Ja, hm, ist mir egal." antworte, worauf ich ein gleich freundliches "Ok hahahahaahha" bekomme und ich Kora und Jule am liebsten in den Mund spucken würde.
Am vorletzten Tag aber wendet sich anscheinend das Blatt, zwei Mädchen, die an meinem Esstisch sitzen, sagen ganz begeistert "Wow, Quinn, wie bekommst du deinen Lidstrich so hin, wir wollen das auch?" Ich antworte perplex und leise "Ähm, einfach ziehen?" Super, Quinn, große Extraklasse. Wortgewandt wie immer. Nach dem Mittagessen klopft es verhalten an meine Zimmertür. Die Mädels stehen dort. "Hey, kannst du uns das mit dem Eyeliner zeigen?" Ich zucke mit den Achseln. "Klar." Also folge ich ihnen in ihr Zimmer und ich zeige es ihnen, und dann sitzen wir auf dem Bett und reden über Bands und Musik und Städte und über Klamotten und ich mag das und werde ganz ruhig in meinem Bauch. Am allerletzten Abend soll es eigentlich eine Party geben, aber kaum jemand ist im Burgkeller, nach einer Zeit gehen sowieso die Letzten, nur ein paar sind noch da. Ich bin mit ein paar Anderen dort, aber nur Maus und ich bleiben. Wir machen uns ein wenig zum Affen, weil wir die Einzigen sind, die tanzen, gleichzeitig auch noch schlecht. Aber es ist egal, es ist lustig und wir haben viel Spaß. Am Morgen danach wird die Busfahrt wie die Hinfahrt, aber es macht mir nicht mehr so viel aus. Ich höre Pink Floyd, steige, als wir ankommen, aus, schnappe mir meinen Koffer und renne schnell nach Hause, denn alle, die ich dort kennen gelernt habe und die ich mochte, saßen in einem anderen Bus in eine Nebenstadt.
Am vorletzten Tag aber wendet sich anscheinend das Blatt, zwei Mädchen, die an meinem Esstisch sitzen, sagen ganz begeistert "Wow, Quinn, wie bekommst du deinen Lidstrich so hin, wir wollen das auch?" Ich antworte perplex und leise "Ähm, einfach ziehen?" Super, Quinn, große Extraklasse. Wortgewandt wie immer. Nach dem Mittagessen klopft es verhalten an meine Zimmertür. Die Mädels stehen dort. "Hey, kannst du uns das mit dem Eyeliner zeigen?" Ich zucke mit den Achseln. "Klar." Also folge ich ihnen in ihr Zimmer und ich zeige es ihnen, und dann sitzen wir auf dem Bett und reden über Bands und Musik und Städte und über Klamotten und ich mag das und werde ganz ruhig in meinem Bauch. Am allerletzten Abend soll es eigentlich eine Party geben, aber kaum jemand ist im Burgkeller, nach einer Zeit gehen sowieso die Letzten, nur ein paar sind noch da. Ich bin mit ein paar Anderen dort, aber nur Maus und ich bleiben. Wir machen uns ein wenig zum Affen, weil wir die Einzigen sind, die tanzen, gleichzeitig auch noch schlecht. Aber es ist egal, es ist lustig und wir haben viel Spaß. Am Morgen danach wird die Busfahrt wie die Hinfahrt, aber es macht mir nicht mehr so viel aus. Ich höre Pink Floyd, steige, als wir ankommen, aus, schnappe mir meinen Koffer und renne schnell nach Hause, denn alle, die ich dort kennen gelernt habe und die ich mochte, saßen in einem anderen Bus in eine Nebenstadt.
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